{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1915-11-25/p024","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So wie der Sensualismus das dem italienischen Volkswesen entsprechende Weltbild ist; wie der Rationalismus das dem französischen Volkswesen entsprechende Weltbild ist, so ist der sogenannte Empirismus, die Hinlenkung auf die äußere Wirklichkeit, die ja zunächst nur eine Bedeutung hat für die menschliche Bewusstseinsseele, für dasjenige, in was sich der Mensch mit seinen bewussten Zwecken hier als Erdenwesen hineinstellen will. Diese äußere Wirklichkeit, das, wie man sagt, in der Empirie Gegebene, das ist der Gegenstand der äußeren Bewusstseinsseele. Das ist das, woraus man gewinnen will, wenn man es seinen charakteristischen Eigenschaften nach betrachtet, das britische Weltbild, dasjenige, was es überhaupt an Inhalt in sich haben kann. Und von dem Aufgang des neueren Geisteslebens bis hinauf zu Darwin und Spencer, bis hinauf zu dem gegenwärtigen englischen Weltbilde, überall finden wir diesen Grundzug. Nur sehen wir, dass er in der neusten Zeit sich merkwürdigerweise vereinigt mit demjenigen, was so recht in der Bewusstseinsseele lebt. Die Bewusstseinsseele, ich sagte es schon vorhin, sie geht darauf aus, den Menschen kennenzulehren diejenigen Zwecke, die er als äußeres Erdenwesen verfolgt in der unmittelbar sinnlichen Umgebung. Auf die Zwecke geht die Bewusstseinsseele. Auf das dem Menschen Nützliche. Sehen wir zurück zum Beispiel zu Darwin. Und wir sehen an der Form, welche Darwin der Entwicklungslehre des Organischen gegeben hat, wie hineingedacht wird schon in das Werden der Wesen das Nützlichkeitsprinzip. Die Wesen entstehen und vervollkommnen sich im Kampfe ums Dasein. Wodurch im Kampfe ums Dasein? Weil dasjenige Wesen, was so organisiert ist, dass es sich selber am meisten nützlich ist, die andern verdrängt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"1. Das Weltbild des deutschen Idealismus Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit","site_heading":null,"date":"1915-11-25","location":null,"word_count":254,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-25/p024","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-25/p024"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1915-11-25/p024","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}