{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1915-11-25/p037","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Was will Fichte, dieser nationalste Philosoph der Deutschen? Er will den Mittelpunkt der menschlichen Wesenheit ergreifen, und er will ihn so ergreifen, dass er [nicht] in ihm entwickelt ein Bleibendes, ein eigentlich Dauerndes, [dass er ein] sich nicht änderndes Sein sucht, sondern ein fortwährend Tätiges, ein nie Rastendes. Der Mensch, der dann seiner selbst Geschöpf ist. Das Wunderbarste an Kraft, an Menschenfähigkeit in den Mittelpunkt des Seelenlichtes gelegt, das erscheint uns zugleich als der Mittelpunkt des Fichte’schen Weltbildes. Und hier in diesem Mittelpunkt will Fichte erfassen das sich selbst hervorbringende Ich, das Ich, das nicht nur ausgestattet ist mit der Fähigkeit, über sein Sein zu denken, sondern mit der Fähigkeit, sich fortwährend zu wollen. Hier will er zugleich erfassen, nun nicht in einem Sein, das man hinter den Erscheinungen, das man da oder dort durch irgendwelche sonstige Wissenschaft suchen will, sondern in dem Wollen, das das Ich selbst erzeugt, will Fichte suchen, was im Innern, in dieses Menschen Wollen, in dieses Menschen innerer Tätigkeit lebt, durch welche das Ich sich fortwährend selbst erzeugt: die Idee, das Ideal. Das Ich erzeugt sich, und in dieses Strömen des Icherzeugens ergießt sich hinein die Idee, das Ideal. In dieses Strömen des Icherzeugens ergießt sich damit unmittelbar hinein das intimste Zusammenleben des göttlich hohen Ideals, der göttlich reinen Idee, mit dem, was der Mensch sein intimstes inneres Erleben nennt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"1. Das Weltbild des deutschen Idealismus Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit","site_heading":null,"date":"1915-11-25","location":null,"word_count":225,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-25/p037","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-25/p037"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1915-11-25/p037","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}