1. Das Weltbild des deutschen Idealismus Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit

GA 70b/1915-11-25/p040 ·1915-11-25 · original (original)
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Dasjenige, was Fichtes Grundwesen bildet, den Blick hinzurichten auf ein Weltbild, über das vor allen Dingen ausgebreitet sind die Ideen und Ideale, die in den Menschen hereinfließen und die bedingen, dass die äußere Sinnlichkeit da sein muss, weil die Ideen und Ideale - um das Weltbild auszufüllen - einen Gegenstand brauchen, innerhalb dessen sie sich betätigen können, aufbauend auf dieser Fichte’schen Voraussetzung versenkte sich auch Schelling in diesen Mittelpunkt, in das menschliche Ich. Jenen Mittelpunkt, wo nach der Anschauung, nach dem Sinne Fichtes dieses Denken mit der Weltseele verknüpft ist. Aber Schelling, er empfindet anders als Fichte. Ihm erscheint es nüchtern, ihm erscheint es abstrakt, zu nennen die ganze Natur mit all ihrer Mannigfaltigkeit, mit alledem, was unsere Sinne entzückt, mit alledem, was unsere Wohlfahrt, unser Glück fördert, mit alledem, worin sich das Gemüt so gern, so willig versenkt, woraus es so viel schöpft — das, was sich ausbreitet im weiten, sichtbaren Naturell -, das nur von dem Gesichtspunkte zu betrachten, dass es da sei, um der Pflicht, um dem Geistigen im Weltenbilde, das in das Ich hereinfließt, ein versinnlichendes Material zu geben; das erscheint Schelling unmöglich gegenüber seiner Gesinnung. Er hat - ich möchte sagen - zu viel deutsches Gemüt in sich.

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