{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1915-11-25/p044","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Von dem Ich des Menschen zum Welten-Ich suchte Fichte eine Menschenwesenheit, die in sich die Kraft hat, sich fortwährend zu erzeugen und so sich zu entwickeln, so sich fortzubilden. Sucht Schelling in der Menschenwesenheit die Kraft, welche dasjenige, was der Natur inne ist, im idealen Weltbilde schaffen kann, so sucht Hegel in der Menschenseele dasjenige, wo diese Menschenseele in sich selber den göttlichen Weltengeist in sich empfangen kann, wo sie Zwiesprache halten kann mit diesem göttlichen Weltengeist. Will Schelling ausgießen die ganze menschliche Seele in das Seelenhafte der Natur, so will Hegel einsenken dieses ganze menschliche Seelenhafte in das Wesen des Weltengeistes, in das Wesen der Weltenseele. Und er ist sich klar darüber: Wenn die Seele hinwegsieht über dasjenige, was sich äußerlich ausbreitet, wenn sie ganz mit sich lebt, dann hält sie Zwiesprache mit dem Weltengeist. Dann ist dasjenige, was in ihr als Begriff, als Idee lebt, als Ideal lebt, dasjenige, was der Weltengeist in sie einfließen lässt. Und indem die Seele von Idee zu Idee geht, den ganzen Ideen-Organismus ausbildet, den sie ausbilden kann, folgt sie nicht sich selber bloß, nein, sie ist sich bewusst, wenn sie so sich zurückzieht von aller Äußerlichkeit, dann vereint sie sich mit dem Weltengeist. Sie denkt nicht selber, der Weltengeist selbst denkt seine Gedanken in ihr. Ich überlasse mich dem Denken des Weltengeistes, dem Walten der Weltenvernunft. Dadurch breitet sich aus in der Seele der ganze Organismus der Weltenidee - das Weltbild des Deutschen Idealismus.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"1. Das Weltbild des deutschen Idealismus Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit","site_heading":null,"date":"1915-11-25","location":null,"word_count":242,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-25/p044","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-25/p044"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1915-11-25/p044","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}