1. Das Weltbild des deutschen Idealismus Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit

GA 70b/1915-11-25/p049 ·1915-11-25 · original (original)
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Und wir sehen, wie Schelling als Nuance, Schellings Anschauung als Nuance im «Faust» lebt. Schelling steht vor der Natur, wie vor der großen Magierin, und erlebt: Wenn das auch eine Illusion ist -, es ist eine Illusion, um ein großes Streben zu entfachen; ich sage nicht darzustellen, sondern zu entfachen. Dieser Schelling steht vor der Natur so, als ob er aus seinem Innern heraus, indem er die Natur begreifen will, sie schaffen könnte. Die Natur begreifen, heißt, die Natur schaffen -, wiederum ins Lebendige, in die ganze Fülle des menschlichen Daseins-Strebens umgesetzt sehen wir Faust. Faust, wie er «alle Lebenskraft und Samen» erreichen will. Wie er nach Kräften lechzt, die selber magische Kräfte sind, um dasjenige, was in der Natur schafft und lebt, um das zu erfassen, [um das] mit sich zu vereinigen, um sich mit dem Naturgeist zu vereinigen. So will er, dass der Geist, der Lebensgeist, der «in Lebensfluten, im Tatensturm auf- und abwallt», vor ihm stehe. Er sucht nicht die Natur zu schaffen, er suchte zu verstehen, er sucht das, was in der Natur schafft, als den Welt- und Tatengenius.

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