1. Das Weltbild des deutschen Idealismus Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit

GA 70b/1915-11-25/p058 ·1915-11-25 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Und so kann aus dem Gefühl, das man aufnehmen kann aus dem Weltbild des Deutschen Idealismus, aus dem, was erstrebt worden ist, und aus dem Umstande, dass diese Kräfte, die solches erstreben konnten, im deutschen Volkstum sind -, so kann aus alledem hervorgehen das große Vertrauen, welches der Deutsche zu seiner Fortentwicklung hat, das er kleiden mag in die Zuversicht, die er haben darf in all den schweren Kämpfen und dem furchtbaren Ringen, in dem er drinnen steht, und etwa noch drinnen stehen könnte. So kann man, ohne mit Sympathie und Antipathie, vor allen Dingen ohne dass man mit Antipathien, mit vorgefassten Meinungen, mit Hass auf dasjenige, was andere Volksseelen zu gestalten haben, hinweist —, so kann man den eigentümlichen Charakter des deutschen Volksstrebens, wie er sich ausdrückt in einer seiner Blüten, in dem Weltbild des Deutschen Idealismus, hinstellen, und man kann sagen: Diejenigen, die so etwas verstehen können, die werden verstehen, ob das deutsche Volk eine ihm eigentümliche Sendung hat, an der es hängen muss, welcher Nationalität sie auch angehören mögen. Ob schon viel Verständnis ist in unserer heutigen Zeit für dieses Weltbild des Deutschen Idealismus, namentlich bei unseren Feinden, das ist eine andere Frage. Und wieder: Indem der Deutsche über dieses Weltbild des Deutschen Idealismus spricht, kann er zugleich zeigen, dass er anders sprechen kann, sprechen kann aus den geistigen Tatsachen heraus, und dass das anders ist, als heute vielfach diejenigen sprechen, die dem Deutschen sein Dasein streitig machen wollen, die ihm die Notwendigkeit eines heißen Ringens um dieses Daseins auferlegt haben.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-25/p058.json
Cite: GA 70b/1915-11-25/p058 · edition original