1. Das Weltbild des deutschen Idealismus Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit
Italien, um zu rechtfertigen, was es aus seinem Welteroberungsplan heraus entwickelt hat als seine jetzigen Taten — es würde viel zu ausführlich sein müssen, man würde zu viel zu großer Ausführlichkeit kommen, wenn man die merkwürdigen Worte des d’Annunzio irgendwie etwa charakterisieren wollte, aber ich denke, man wird die ganze Eigentümlichkeit desjenigen, was als Rechtfertigung uns von da herauftönt, man wird die ganze Eigentümlichkeit dieses - zu der englischen Maske, zu dem russischen Wahn, zu der französischen Sophistik - zu der Rechtfertigung der gegnerischen Staaten hinzufügen können, wenn man bloß auf das eine hinweist: Da sah sich um die italienische Volksseele nach einer Rechtfertigung ihres heutigen Handelns, da wurden allerdings viele, viele Worte gesprochen; aber bei einem blieb man immer stehen, das ja darauf hinweist: Die Franzosen brauchen eine neue Sophistik, die Engländer brauchen eine neue Maske, die Russen brauchen ihren alten Wahn, und die Italiener brauchen — einen neuen Heiligen. Durch ganz profane Mittel ist der Egoismus heiliggesprochen worden! Denn das Wort vom «heiligen Egoismus» als dem rechtfertigenden Wesen desjenigen, das da von unten heraufsteigt, das tönt uns immer wieder von Neuem entgegen.
Cite:
GA 70b/1915-11-25/p079 · edition original