{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1915-11-25/p081","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Hinblickend auf das Weltbild des Deutschen Idealismus, sehr verehrte Anwesende, wie auf eine der Nuancen in der Wesenheit der deutschen Volksseele, an die sich so innig anschließen möchte der Deutsche und [anschließen] muss heute, hinblickend unter dem vielen, was an Nuance in dieser Volksseele ist, auch eben auf diese Nuance des Deutschen Idealismus, des Weltbildes des Deutschen Idealismus, darf man auch darin dasjenige erkennen, was ich glaube, dass in voller Bescheidenheit - ohne sich schuldig zu machen desjenigen, was in so verleumderischer Weise von allen Seiten dem Deutschen heute entgegengeredet wird -, es darf in aller Bescheidenheit der Deutsche sagen, er erkenne auf dreifache Art dasjenige, was seine heutige Pflicht ist. Er fühlt auf dreifache Art dasjenige, was ihm heute obliegt. Er fühlt sich auf diese dreifache Art gerechtfertigt vor dem Innersten seines Gewissens, seines Menschheits- und Geschichtsgewissens, indem er weiß, er hat nicht zu reden in sophistischer Weise über andere niedere Volksgeister, über deren barbarische Gewohnheiten. Er braucht bloß an das Heiligste seines eigenen Strebens sich zu erinnern und braucht zu erkennen dieses Heiligste seines eigenen inneren Strebens als das teure, heilige Vermächtnis der deutschen Vorzeit. Dann darf er als das eine, wodurch er sich kraftvoll hinzustellen weiß - und in der rechten Art sich hineinzustellen weiß - in die deutsche Gegenwart, dann darf er als das eine erste erfühlen: die Liebe zur deutschen Vergangenheit und zu alledem, was aus dieser deutschen Vergangenheit als Vermächtnis dem Deutschen der Gegenwart übergeben ist, an das er sich zu halten hat, für das er eben in Liebe, weil er es in seinem Grunde erkennt, eintritt, das ihn beseligt, das ihn begeistert, das ihn über Schmerz und Leid hinweghebt. Es ist die Liebe zur Vergangenheit.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"1. Das Weltbild des deutschen Idealismus Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit","site_heading":null,"date":"1915-11-25","location":null,"word_count":282,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-25/p081","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-25/p081"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1915-11-25/p081","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}