{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1915-11-29/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Demgegenüber werden immer berechtigte Einwände diejenigen sein, die die naturwissenschaftliche Anschauung der Gegenwart macht. Ich habe schon öfter hingedeutet auf den Sinn dieser Einwände und kann deshalb heute in Kürze darauf hindeuten. Da kann mit Recht gesagt werden: Man sche sich nur an den Verlauf dieses Seelenlebens, sehe an, wie sich dieses Seelenleben entwickelt von seinem dämmerhaften Auftreten in der ersten Kindheit bis herauf zur Reife, sehe, wie es seinen Weg von der Reife gegen die Alterszustände des Menschen hindurch sich entwickelt, man wird sehen, wie diese geistig genannte Entwicklung ganz und gar parallel geht mit der leiblich-physischen Entwicklung, wie mit der Ausbildung des Nervensystems und des anderen Organismus des Menschen von der Kindheit an auch die geistigen Fähigkeiten sich allmählich entwickeln, wie sie wieder verfallen mit dem physischen Verfall. Man kann wirklich darauf hinweisen, dass, wer dieses mit rechter naturwissenschaftlicher Gesinnung heute ansieht, dass dem dieses geistige Leben, wie es sich nun einmal äußert in der Alltäglichkeit und auch in der Wissenschaft, erscheint wirklich wie die Flamme, die nicht da sein kann, ohne dass die Kerze da ist, die abhängig ist von der Kerze und mit der Kerze selber verschwinden muss. Man kann einen solchen Parallelismus zwischen dem geistigen Leben, das wie hervorzuflammen scheint aus den Verrichtungen des physischen Leibes, und dem physischen Leib durchaus behaupten. Und insbesondere, wenn man hinsieht auf jene klinischen Untersuchungen, die zeigen, wie mit der Erkrankung des menschlichen Nervensystems sich geistige Fähigkeiten ausschalten, wie gewisse geistige Äußerungen nicht mehr da sind, wenn dieses oder jenes Organ erkrankt ist, wenn man darauf hinblickt, so kann man nicht anders als sagen: Gewiss, wenn man auch noch so gern Glauben schenken möchte den Schlussfolgerungen mancher Seelenkundiger, die naturwissenschaftliche Anschauung spricht so stark, dass man kaum umhin kann, dem, was von der genannten Seite vorgebracht wird, volle Zustimmung zu verleihen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"4. Die ewigen Kräfte der Menschenseele im Lichte der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1915-11-29","location":null,"word_count":302,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-29/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-29/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1915-11-29/p007","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}