{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1915-11-29/p014","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Auf das Überschauliche, darauf kommt es an, darauf, dass man aus einigen Elementen solche Vorstellungen setzt - am besten sind Vorstellungen, die sinnbildlich sind, die gar nicht auf ein äußeres Wirkliches sich beziehen, sodass man nur in der Anstrengung verharren kann, die man hat im Festhalten solcher Vorstellungen. Nicht darauf kommt es an, dass solches Denken in diesem oder jenem Sinne wahr ist, sondern darauf, dass man in der Seele die Ruhe findet, alle Seelenkräfte für einige Zeit zusammenzuhalten, auf diesen einen Punkt hin zu konzentrieren, damit dadurch sich gerade diese Kraft ins ungemessene verstärkt und so wird, wie sie sein kann, durch diese Verstärkung. Also auf die innere Ruhe, auf die Anwendung der inneren Kraft, auf das Abgezogenensein vom übrigen Leben kommt es bei diesem inneren Experimente an. Das muss man in erster Linie betrachten, dass diese Geisteswissenschaft ganz und gar nicht wie die gewöhnliche Philosophie darauf ausgeht, durch das Denken dieses oder jenes zu ergründen. Das ist berechtigt in der gewöhnlichen Wissenschaft, im alltäglichen Leben, allüberall sonst, das führt aber nicht zur Ergründung desjenigen, was die Geisteswissenschaft ergründen will. Dieses Denken, das zu Ergebnissen führt im gewöhnlichen Sinne, das wird durchaus nicht in irgendeiner Weise angefochten von der Geisteswissenschaft - denn diese steht auf dem Boden des Lebens -, aber dieser Geisteswissenschaft kommt es für ihre Ziele darauf an, das, was man sonst zu einem Wissen über die Welt verwendet, das Denken, rein darauf anzuwenden, die Seele zu entwickeln, so, dass sie von ihrem gewöhnlichen Standpunkt zu einem anderen Gesichtspunkt vorrückt. Dass das Denken nicht so genommen werde wie sonst im Leben, um etwas zu erkunden, sondern dass es lediglich dazu verwendet wird, um etwas an der Menschenseele auszubilden, als Bildemittel - darauf kommt es an.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"4. Die ewigen Kräfte der Menschenseele im Lichte der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1915-11-29","location":null,"word_count":288,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-29/p014","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-29/p014"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1915-11-29/p014","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}