{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1915-11-29/p020","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber indem man diesen zweiten Menschen in sich erfährt, erlebt man ihn gebunden an das, was im Menschen nun nicht als eine aufbauende, sondern im Gegenteil als eine abtragende Kraft ist. Man lernt jetzt wissen - und es ist dieses ein Wissen, was nur durch das geschilderte Erlebnis erwerbbar ist —, man lernt jetzt wissen, dass mit dem Menschen, so lang er hier innerhalb des physischen Leibes zwischen Geburt und Tod lebt, Kräfte leben, die sich innerlich in ihm entwickeln, die fortwährend zehren an seinem Leibe, und die zuletzt eigentlich das darstellen, was diesen Leib zum Tode führt. Und man lernt erkennen, dass dieser zweite Mensch, den man nun entdeckt hat, zu dem sich das in sich erkraftete Denken kristallisiert hat, dass dieser Mensch die höchste Entwicklung ist dessen, was im Menschen als die Betätigung, als die Kräftewirkung, die zum physischen Tode führt, sich offenbart. In uns sind Kräfte des Lebens — das merkt man jetzt -, die unser Wachstum, die unsere Wiederherstellung immer in Bezug auf das, was wir im Leben verbrauchen, bewirken; aber in uns sind, seit wir in die physische Welt hereingetreten sind, immerzu auch die Kräfte der Zerstörung, die den Leib aufbrauchen. Und man lernt erkennen, dass - könnte man den Leib nicht aufbrauchen, wäre [also] nicht das in uns, was den Leib aufbraucht -, wir überhaupt nicht zum Denken in dem Sinn, wie wir dieses Denken haben als Menschen, kommen könnten; [man lernt erkennen], dass gewissermaßen die höchste Blüte der Todeskräfte vor unser Seelenauge tritt, indem wir das Denken also innerlich sich geistig organisierend in seiner Kraft schauen als zweiten Menschen im Menschen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"4. Die ewigen Kräfte der Menschenseele im Lichte der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1915-11-29","location":null,"word_count":268,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-29/p020","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-29/p020"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1915-11-29/p020","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}