4. Die ewigen Kräfte der Menschenseele im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 70b/1915-11-29/p021 ·1915-11-29 · original (original)
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Das ist das erschütternde Erlebnis; wir lernen erkennen, dass wir nicht nur aufbauende, sondern auch uns verzehrende Kräfte in uns haben müssen, und dass gerade die edelsten dieser verzehrenden Kräfte mit unserem Denken zusammenhängen. Dass wir imstande sind, nicht nur Lebekräfte zu entwickeln, sondern das Leben abzutragen, damit hängt vieles zusammen; aber als höchste Blüte geht das hervor, dass wir denken können. So finden wir ein uraltes Mysterienwort: Dass der Mensch die Pforte des Todes betreten muss, wenn er zu den Seelenquellen des Daseins kommen will, gerechtfertigt. Wir müssen schauen, was in uns den Tod wirkt, um die eigentliche Natur des Denkens in uns zu erkunden. Und wenn wir das Denken zu seinem höchsten Gipfel bringen, so überspringt es gleichsam seine eigene Wesenheit und zeigt sich uns als das, was in uns ist als ein zweiter Mensch, was aber die höchste Blüte abtragender Kräfte darstellt.

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