4. Die ewigen Kräfte der Menschenseele im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 70b/1915-11-29/p037 ·1915-11-29 · original (original)
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Nun, die Tatsache, die uns heute besonders tief berührt und auf die ich einen Blick werfen möchte, das ist das, dass so unzählige Tode in einer abnormen Weise in der unmittelbaren Gegenwart an uns herantreten. Man spricht von einem naturgemäß eintretenden Tod, den der Mensch durchmacht. Man spricht von einem Tod, der durch innere Krankheiten bewirkt wird. Nahe liegt uns aber heute, hinzublicken auf den Tod, der gewaltsam von außen - sagen wir - durch eine [Gewehr-]Kugel und dergleichen in der Blüte des Menschlebens über den Menschen verhängt wird. Und nicht zurückschrecken möchte ich davor — wenn es auch nicht rätlich ist, sich so weit vorzuwagen -, dasjenige mitzuteilen, was Geisteswissenschaft erkunden kann über die Eigentümlichkeit gerade solcher Tode, die gewaltsam so tausendfältig in der Gegenwart an uns herantreten, was Geisteswissenschaft über diese Tode, die auf dem Schlachtfeld erlebt werden, zu sagen hat. Da sehen wir, wie nicht gefordert durch die innere menschliche Organisation der zweite der geschilderten Menschen, der Bewusstseinsmensch, wie der sich verbindet dadurch, dass der physische Organismus gewaltsam weggenommen wird vom geistigen Menschen, wie der sich verbindet mit demjenigen, was als Todeskräfte im Menschen lebt. Es ergreift bei diesem Tode der Willenskeim den denkerischen Menschenorganismus, diesen geistigen Organismus, der sich herausstellt als der zweite Mensch. Eben, wenn durch gewaltsamen Stoß von außen der physische Organismus vom seelisch-geistigen genommen wird, da hätte noch lange nebeneinander wirken können der Willenssame und der abbauende Teil des Denkerleibes, des Vorstellungsleibes im Menschen. Gewaltsam sind sie zusammengeführt worden. Es ergreift vor der Zeit der Willenssame den Denkermenschen, führt ihn durch die Pforte des Todes.

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