4. Die ewigen Kräfte der Menschenseele im Lichte der Geisteswissenschaft
Das, was noch eine lange Entwicklung seiner Kräfte auf dem Erdenrund hätte offenbaren können, wird abgeschnitten. Wohin kommt dieses? Da darf hingewiesen werden darauf, dass Verwandlung der Kräfte stattfindet. Das, was der Mensch noch lange hätte besitzen können, das muss sich verwandelt haben. Geradeso, wie die Druckkraft, die ich ausübe, wenn ich mit dem Finger über etwas streife, sich in Wärme verwandelt, so verwandelt sich eine Kraft, die also scheinbar verschwindet, in eine andere. Und hier ist es, wo der Geistesforscher aufsuchen muss: Wo in der Welt ist das, was - in dieser Weise unverbraucht für die einzelnen Menschen - der Welt mitgeteilt wird, wo ist das in der Welt vorhanden? Der Geistesforscher blickt in die Weltvorgänge, wenn er seine Seele so geschult hat, wie auseinandergesetzt worden ist, und er forscht nach demjenigen, in das sich verwandeln könnte dasjenige, was auf solche Weise der Welt mitgeteilt wird und dem einzelnen Menschen - der Ausdruck ist nicht übel gemeint - genommen wird. Und nun findet der Geistesforscher — das ist ein [so] sicheres Ergebnis der Geistesforschung wie in der Naturwissenschaft es sich darstellt, dass das, was sich enthüllt, durchaus nicht erwartet werden kann, aber sich doch als Gewissheit ergibt, wenn es sich vor das Auge stellt, so auch hier mit der geistigen Beobachtung, die in entsprechender Weise ausgeführt wird -, der Geistesforscher findet, dass in die Welt hereintreten innerhalb der Menschheitsentwicklung Kräfte, hervorsprudelnd aus der menschlichen Seele, sodass man weiß: Die hat der Mensch sich [nicht] erworben.
Cite:
GA 70b/1915-11-29/p038 · edition original