4. Die ewigen Kräfte der Menschenseele im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 70b/1915-11-29/p039 ·1915-11-29 · original (original)
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Wir erziehen die Menschen, wir legen unsere Erziehung so an, dass das, was in der Seele steckt, durch die Anstrengung zu Fähigkeiten sich gestaltet; aber wir finden noch andere Kräfte in der menschlichen Natur, die hervortreten so, dass wir in dem Sinne, wie geschildert worden ist, nicht dazu tun können die Kräfte, die wir die genialischen Kräfte der Menschennatur nennen, durch die große Errungenschaften erzielt werden auf dem Gebiet der Kunst, Wissenschaft und so weiter. Aber nicht bloß die großen Leistungen werden durch diese genialen Kräfte hervorgerufen, sondern der einfachste Mensch braucht ja Erfinderkraft; die genialischen Kräfte sind nur dem Grade nach verschieden von dem, was in dem einfachsten Menschen auftritt, was jeder hat, im geringeren Grad vielleicht, die Erfinderkraft, die hervortritt, wie auf zauberhafte Weise aus den Tiefen der Seele, die dem Menschen, wie man sagt, durch göttliche Gnade eingegeben ist und aus ihm heraustritt, die man nicht programmmäßig durch Erziehung selbstverständlicher Kräfte herausbringen kann. Aber im Verlauf der Menschheitsgeschichte, wie sie sich entwickelt, so, dass alle menschlichen Seelen in ihr enthalten sind, treten die einen und anderen dieser Kräfte hervor. Die genialischen Kräfte treten auf - man möchte sagen -, treten auf wie Boten aus der geistigen Welt in der menschlichen Seele, wie etwas, was nicht mit der normalen Menschennatur unmittelbar verbunden erscheint, sondern was hinzukommt. Dem Geistesforscher erklärt sich - indem er viele, viele Umwege macht, wie man auch im naturwissenschaftlichen Experiment es machen muss -, wie das, was da hervortritt, die Umwandlungsform desjenigen ist, was dadurch entsteht, dass in früherer Zeit als der normalen die Willenssamenkräfte sich vereinigen mit den abbauenden Kräften. Denn, wenn der physische Leib so, wie wir es jetzt tausendfältig erfahren, auf gewaltsame Weise von dem Seelischen weggenommen wird, was da unausgelebt bleibt, das wird mitgeteilt den späteren Generationen, das tritt in den genialischen Menschenkräften wieder auf. Ein geheimnisvoller, ein die Menschenseele erschütternder Zusammenhang innerhalb des Fortganges der menschlichen Entwicklung enthüllt sich da.

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