{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1915-11-29/p041","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber wer tiefer in das Wesen der Geisteswissenschaft eindringt, wird sehen, dass das, was man gewöhnlich Hellsehen nennt, und mit dem der Mensch so gerne zufrieden sein mag, dass das mit Recht wiederum bedenklich angeschaut wird von der gewöhnlichen Wissenschaft, Derjenige, der nicht eindringen will in wahrhaft geisteswissenschaftliche Methoden, wird natürlich leicht sagen können: Nun ja, man ist nicht zufrieden mit dem, was die gewöhnliche Wissenschaft erkunden kann, sondern es sollen besondere Fähigkeiten erworben werden. Man sieht ja diese an abnormen menschlichen Seelen; und warum sollte das, was da auf künstliche Weise erworben wird, etwas Höheres sein als das, was man an den abnormen Menschenseelen sieht! - Derjenige, der sich tiefer einlässt, wird finden, dass Geisteswissenschaft gerade mit Bezug auf das, was man oftmals Hellsehen nennt, wiederum ganz auf dem Boden der naturwissenschaftlichen Anschauung steht und in vollem Einklang mit ihr; denn das, was Naturforschung nur ahnen kann, das zeigt gerade die wirkliche Beobachtung, die also errungen wird, wie es beschrieben worden ist, [nämlich] dass das, was man als Halluzinationen und so weiter bezeichnet, was oftmals Hellsehen genannt wird, dass das das finstere Schattenbild des wahren Hellsehens ist, und dass man auf die Weise, dass solch krankhaftes Seelenleben auftritt, nicht zu ewigen Menschenkräften, nicht zu übersinnlichen, sondern zu untersinnlichen Kräften kommt, zu dem, was Karikatur des Hellsehens ist. Das, was oftmals als ein Schauen bezeichnet wird, wo man traumhaft halluziniert oder Illusionen sich vormacht, das zeigt nicht die ewigen Kräfte der menschlichen Seele, sondern Kräfte, die viel zeitlicher sind als das, was das gewöhnliche Denken und Wollen hervorbringen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"4. Die ewigen Kräfte der Menschenseele im Lichte der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1915-11-29","location":null,"word_count":258,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-29/p041","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1915-11-29/p041"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1915-11-29/p041","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}