5. Wege der Erkenntnis der ewigen Kräfte der Menschenseele

GA 70b/1916-01-08/p079 ·1916-01-08 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Das muss nicht immer so sein, sehr verehrte Anwesende, muss nicht immer diese Ursache haben! In der Zukunft der Erdenentwicklung wird es vielleicht ganz anders sein, wenn sich geniale Kräfte entwickeln. Aber für das Leben, das wir überblicken können, ist das zunächst bloß ein merkwürdig geheimnisvoller Zusammenhang, sehr verehrte Anwesende, ein Zusammenhang, der allerdings Erkenntnisse gibt, die wirklich derart sind, dass man sagt: Geisteswissenschaft liefert Erkenntnisse, die uns bringen Anschauungen über den Sinn des Lebens - auch über den Sinn des Lebens, wenn dieses Leben an den einzelnen Stellen besonders schwer, besonders schmerzvoll uns berühren muss. Auch dem Schmerze, auch dem Leide können wir als sinnvollen Erscheinungen im Leben also nachforschen. Und Geisteswissenschaft führt zu einem gewissen höheren Standpunkt - obwohl sie nicht da ist, um aus den Menschen Flachlinge, oberflächliche Menschen zu machen, die über Schmerz und Leid hinaus sind. Nein, Schmerz und Leid müssen ja eben empfunden werden, sonst können sie nicht zur Ursache werden, die jetzt aus ihnen hervorgeht. Wenn man glauben würde, dass Geisteswissenschaft für die Schmerzen und Leiden abdumpfen würde, würde sie ja die Schmerzen aus der Welt schaffen, und es würde nicht das entstehen, was aus dem Schmerz, aus dem Leid entstehen soll. Nein - abdumpfen nicht! Aber von einem gewissen höheren Standpunkte aus zeigen, wie auch Schmerz und Leid sich einfügen in den Sinn des Lebens, das will die Geisteswissenschaft.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/70b/1916-01-08/p079.json
Cite: GA 70b/1916-01-08/p079 · edition original