5. Wege der Erkenntnis der ewigen Kräfte der Menschenseele
Gerade Geisteswissenschaft zeigt, dass die Naturwissenschaft ihrerseits mit dem Standpunkt, den sie heute immer mehr und mehr geltend macht, im Grunde recht hat. Ja, Geisteswissenschaft steht vielleicht sogar schärfer noch auf dem Standpunkt, als die Naturwissenschaft selbst heute schon ein Recht hat, darauf zu stehen. Denjenigen, die da sagen, man könne im gewöhnlichen Denken, das der Mensch hier in der physischen Welt entwickelt, oder in seinem Wollen oder Fühlen etwas wissen, was der Unsterblichkeit entspricht, dem wendet der Naturforscher mit Recht ein: Ja, siehe hin auf den Menschen, auf sein Denken, Fühlen und Wollen: Wenn durch irgendeine Kraft ein Teil des Gehirns gelähmt wird, kann eine ganze Partie seines Seelenlebens ausfallen. Wir sehen außerdem, dass das Denken, Fühlen und Wollen, so wie der Organismus sich von der ersten Kindheit an entwickelt hat, auch sich verändert. Wir sehen es verknüpft vom Organismus aus. Sehen wir da nicht, wie dieses Denken, Fühlen und Wollen an den Organismus gebunden ist?
Cite:
GA 70b/1916-01-08/p081 · edition original