5. Wege der Erkenntnis der ewigen Kräfte der Menschenseele

GA 70b/1916-01-08/p091 ·1916-01-08 · original (original)
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Und wenn solche Dinge auftreten, dass jemand zum Beispiel sagt: Ja manches gefällt mir ja an diesem Bau, aber da habt Ihr zum Beispiel sieben Säulen an einer Seite, sieben Säulen an der anderen auch wiederum; warum habt Ihr das? - Das soll kein Symbol sein. Wer die Sache näher studiert, wird wirklich bestätigen - weil abgegangen worden ist von der Säulengleichheit, weil die Kapitelle fortschreiten, ungleich gemacht worden sind -, dass das Motiv, welches zuerst angeschlagen worden ist an einem Säulenkapitell, tatsächlich sich erschöpft an der letzten Säule. Geradeso, wie sich die Töne in einer siebengliedrigen Skala eröffnen und die Oktave die Wiederholung des Grundtones ist, wie man es da nicht mit irgendeiner phantastischen Symbolik, nicht mit irgendeiner magischen Symbolik zu tun hat, so hier auch nicht. Und wenn jemand besonders spitzfindige, innere Gründe sucht, Gründe, die dann Geisteswissenschaft sein sollen, sucht, so kann man immer sagen: Suche Dir ähnliche Gründe, wie diejenigen sind, warum etwa an einer Violine vier Saiten sind, die verschieden sind, wenn einer sagt, es könnten ja auch fünf Saiten sein oder drei! Es kann eben nicht anders sein, als dass es vier Saiten sind; ebenso wenig, wie es bei uns acht oder sechs Säulen sein können, sondern eben sieben sein müssen! Es handelt sich um einen inneren, organischen Aufbau der Motive, und die Motive ergeben diese Zahl Sieben - nicht irgendein abergläubisches Hängen an einer Siebenzahl oder dergleichen.

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