{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1916-01-14/p021","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber es ist insbesondere auf eines zu sehen, sehr verehrte Anwesende, was - ich möchte sagen - für den Anfänger in den geistesforscherischen Methoden von besonderer Wichtigkeit ist. Da ist von besonderer Wichtigkeit, dass der Anfänger sich nicht dazu verleiten lässt, sein gewöhnliches Leben nun gleich zu verändern, gleich in ein anderes überzuführen - etwas, was dem Hange des Menschen sehr häufig entsprechen kann -, sondern es ist notwendig und gut, wenigstens vorteilhaft, wenn der Anfänger in der Geistesforschung bei den Verrichtungen des Lebens, bei der vernünftigen Führung des Lebens, die er vorher aus seiner Erziehung oder aus sonstigen Verhältnissen heraus getrieben hat, möglichst stehen bleibt, und dasjenige, was er als geistesforscherisches Bewusstsein entwickeln will, wirklich nebenher entwickelt. Sonst muss meistens eine Art von Unfreiheit an den Menschen herantreten. Gewiss, sehr verehrte Anwesende, man braucht wirklich nicht so weit zu gehen, dass man, um Geistesforscher zu werden, sich lange Haare wachsen lässt, oder auch, wenn man eine Dame ist, sich die Haare ganz kurz abschneidet oder durch andere Extravaganzen sich aus dem gewöhnlichen Leben womöglich zu entfernen sucht; man braucht es nicht so weit zu führen. Aber man kann, wenn man auch nicht so weit geht, doch den Glauben haben, man müsse, wenn man Geistesforscher werden solle, aus den gewöhnlichen Lebensverrichtungen heraustreten, irgendeine Kolonie anlegen, in der man in ganz neuen Verhältnissen lebt, und man müsse sogar diese Lebensverhältnisse in einer bestimmten Weise einrichten. Gerade dem Anfänger in der Geistesforschung wird das nicht besonders zuträglich sein, weil dadurch gerade der Fehler gefördert wird, die vorherige Lebensführung in eine andere hineinzuführen, und man nicht den Vorteil hat, die bisherige Lebensführung daneben zu haben wie ein Objekt, an das man sich halten kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"8. Die Harmonie zwischen Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft und die Missverständnisse über die erstere und den ihr gewidmeten Bau in Dornach","site_heading":null,"date":"1916-01-14","location":null,"word_count":281,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-01-14/p021","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-01-14/p021"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1916-01-14/p021","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 288/1916-01-14","ga":"288","lecture":"1916-01-14","kind":"excerpt","relation":"an excerpt or summary of the same lecture, or the lecture this unit excerpts"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}