{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1916-02-19/p019","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Der Verstand des Menschen hat noch die Eigentümlichkeit, dass er gewissermaßen die Welt wie äußerlichmechanisch aufbaut. Das ist ja das Eigenartige des Verstandes, dass er die innere Lebendigkeit der Welt nicht zu durchdringen vermag, dass er gleichsam zurückzuckt vor der inneren Lebendigkeit, und dass er alles konstruieren möchte. Das aber zeigt sich insbesondere bei Descartes, bei Cartesius. Und jetzt sei auf eine Einzelheit aufmerksam gemacht, wie diese Weltanschauung des Cartesius, des Descartes geworden ist dadurch, dass sie - ich möchte sagen - der einseitige Ausdruck des Verstandeslebens ist. Descartes betrachtet die Welt; und nachdem er sich hingegeben hat allem Zweifel - und dieser Zweifel ist auch wiederum ein Ausdruck der verstandesmäßigen Weltbetrachtung -, kommt er darauf, sich zu sagen, wie er sich ein Weltenbild machen kann, das Sinnlichkeit hat. Ja, dieses Weltenbild wird so, dass alles Mechanische nur in dieses Weltenbild hereinwill. Wie ein großer Mechanismus erscheint die Welt. Und charakteristisch ist es in diesem - ich möchte sagen - echt französischen Weltenbild, dass Cartesius ausdrücklich behauptet: Seele können wir nur wahrnehmen in uns selber, als Menschen. Die Tiere sind bewegte Maschinen. Dem Tier, und überhaupt der ganzen [außermenschlichen] Natur spricht Descartes überhaupt die Seele ab. Die Tiere sind Automaten.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"10. Das Weltbild des deutschen Idealismus. Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit","site_heading":null,"date":"1916-02-19","location":null,"word_count":200,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-02-19/p019","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-02-19/p019"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1916-02-19/p019","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}