10. Das Weltbild des deutschen Idealismus. Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit

GA 70b/1916-02-19/p052 ·1916-02-19 · original (original)
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Diejenigen, die ihn persönlich gekannt haben, schilderten, wie er noch im Alter mit seinen funkelnden Augen sprach, so, wie wenn er durch den leuchtenden Blick seiner Augen ergießen wollte dasjenige auf seine Zuhörer, was als durchgeistigte, durchseelte Natur in seinem Innern lebte, wodurch er die Seele des Menschen immer verwoben fühlte mit allem Naturdasein. Zu immer Höherem und Höherem, sodass er zuletzt nur noch wenig verstanden werden konnte, hat sich Schelling emporgetragen gefühlt mit dieser seiner - ich möchte sagen - aus dem deutschen Gemüt, aus der Gemütsseele — wie bei Fichte aus der Willensseele - heraus gewobenen Weltanschauung. Gott als der Künstler, die Natur als ein wunderbares Kunstprodukt, gemütsinnige Naturerkenntnis, die Schelling so verwoben glaubte mit dem menschlichen Ich, dass er sich im Weiteren hinreißen ließ zu sagen: Die Natur erkennen, heißt: die Natur schaffen.

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