{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1916-02-19/p063","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sehen wir das nicht- und ich möchte Ihnen diese Worte wörtlich vorlesen -, sehen wir das nicht schön, wenn wir hinblicken auf diejenigen gerade, die sich vergegenwärtigen wollten immer aus der Tiefe des deutschen Wesens heraus, dasjenige, was der deutsche Volksgeist ist? Sehen wir nicht immer dieses Streben - was der Deutsche wissen kann, wie zu einem Seelenimpuls zu machen auch für das Göttlich-Geistige -, andächtige Stimmung auch in der Wissenschaft zu entwickeln? Wie schön, wie wunderbar ist es zum Beispiel, wenn ein Deutscher - und deshalb gerade darf er vielleicht heute erwähnt werden -, der in Österreich als einer der größten Deutsch-Österreicher erscheint, sich vertiefend in das deutsche Wesen, wenn er auch nicht vielleicht zu denjenigen Begriffen gekommen ist, die heute ausgestaltet uns vor Augen traten, so zu empfinden die volle Wiedergabe desjenigen, was heute an Ideen entwickelt worden ist hier: Ich meine Robert Hamerling, Österreichs größten deutschen Dichter der neueren Zeit, der das schöne Wort gesprochen hat, als Deutscher sich fühlend in Österreich, das schöne Wort gesprochen hat: Österreich ist mein Vaterland; doch ich fühle es: Deutschland ist mein Mutterland - so ausdrückend die Einheit, die heute so fest geschmiedet ist durch Deutschland und Österreich, durch Mitteleuropa hindurch. Diesem Robert Hamerling tritt vor die Seele diese ganze Eigentümlichkeit des deutschen Volksseelenwesens, wie ich sie heute aus dem idealistischen Weltbild der Deutschen heraus zu entwickeln versuchte - damals als sie glaubten, den Zug zurück machen zu können, wie die Deutschen herüberkommen aus Asien, mitbringend den Drang, den Allgeist zu erfassen, den sie später durch Erhöhung des Ichs, nicht durch Herabdämpfen des Ichs, in ihrer Kunst, in ihrer Bildung, in ihrer Philosophie, in allem ihrem Wesen und Wirken in der Welt zum Ausdruck bringen sollten. Und da erinnert es Robert Hamerling wie in einem schönen Dichter-Traum in seinem «Germanenzug» - cs sitzen noch drüben in Asien die alten Vorfahren der Deutschen, während nach Europa herein, nach dem Westen, diese alten Vorfahren der Deutschen ziehen -, beschreibt Robert Hamerling wunderschön, wie an der Grenze von Asien und Europa diese Germanen lagern, wie die Sonne untergeht - wunderschön beschreibt er den Mond, der aufgeht, die ganze Landschaft -, wie die Germanen hingelagert sind. Nur einer wacht: der blonde Teut, der Jüngling. Vor Teut aber stehen in wunderbaren Zeichen der Sternenschrift die künftigen Schicksale der Deutschen ausgesprochen. Und der Genius der Deutschen, der Geist des deutschen Volkes, spricht zu dem blonden Teut, zu dem Führer der Germanen nach dem deutschen Westen. Und schön sagt Hamerling:","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"10. Das Weltbild des deutschen Idealismus. Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit","site_heading":null,"date":"1916-02-19","location":null,"word_count":412,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-02-19/p063","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-02-19/p063"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1916-02-19/p063","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}