{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1916-02-19/p082","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Was meint er mit dem «russischen Schafspelz»? Nun, Herzen sprach es eben aus: In dem, was diese europäische Kultur, dieses europäische Geistesleben aus sich heraus gebracht hat, kann nicht irgendetwas Erlösendes, irgendetwas Heilbringendes für die Menschheit liegen; sondern dasjenige, was heilbringend für die Menschheit ist, das ist der russische Bauer; das ist derjenige, der in voller Ursprünglichkeit dasjenige in sich enthält, was den ganzen europäischen Westen und Europas Mitte überfluten muss. Und das erscheint so festgepfropft in russischen Seelen, gerade in dem russischten Russen, zum Beispiel in Dostojewski, dem großen Künstler - den wir anerkennen wollen in Bezug auf sein Können -, immer mehr und mehr in seinem Werk schon zutage tritt, wenn wir es genau kennen, dass er insbesondere die deutsche Kultur als ein Greisenhaftes, Abgelebtes betrachtet, und das Russentum schon jetzt als berufen findet als Erlöser. - Im Grunde genommen ist dasjenige, was sich jetzt als Kampfwahn über Europa ergießen soll, nichts anderes als der brutale Ausdruck für diese Richtung, die sogar in großen russischen Schriftstellern zum Ausdrucke kam; allerdings, man hat ja dafür gesorgt, dass die guten Deutschen nicht gar zu stark aufmerksam wurden auf dieses, was - ich möchte sagen - immer zwischen den Zeilen des russischen Geisteslebens lebte und webte! Und so kommt es denn, dass - und diejenigen, die mich genauer kennen, wissen, wie sehr ich Tolstoi schätze — aber dasjenige, was in Tolstoi ist, besonders auch in solch älteren Werken, wie «Anna Karenina» und so weiter, das zeigt denn doch, wie er überall - Tolstoi - darauf ausgegangen ist, das deutsche Wesen so darzustellen, dass es greisenhaft, minderwertig sich zeigt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"10. Das Weltbild des deutschen Idealismus. Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit","site_heading":null,"date":"1916-02-19","location":null,"word_count":267,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-02-19/p082","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-02-19/p082"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1916-02-19/p082","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}