10. Das Weltbild des deutschen Idealismus. Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit

GA 70b/1916-02-19/p103 ·1916-02-19 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Von den Engländern sagt zum Beispiel Carneri, der bedeutendste österreichische Philosoph - Carneri - ein wunderbarer Mann, der aus tiefstem Leiden heraus eine so ganz im Sinne unserer Zeit gehaltene geistige Weltanschauung begründet hat, ein begriffliches Weltbild aus Deutsch-Österreich begründet hat, Carneri spricht davon, wie die Engländer wirklich ihr Ich hin gerichtet haben auf äußere praktische Kultur und er sagt: Sie ist schon so praktisch geworden, diese Kultur, dass die Engländer die Tatsache, dass der große Dramatiker und Dichter Shakespeare unter ihnen gelebt hat, von den Deutschen erfahren mussten. - Denn das ist wahr: Erst dadurch, dass die Deutschen erst sich vertieften in Shakespeare, ist Shakespeare gerade erst erkannt worden. Und wenn man einmal schreiben müsse die Geschichte von der Größe Shakespeares, so wird man nicht ein englisches, sondern ein deutsches Kapitel von geistiger Geschichte zu schreiben haben.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/70b/1916-02-19/p103.json
Cite: GA 70b/1916-02-19/p103 · edition original