{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1916-02-19/p108","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die Franzosen brauchen eine neue Einbildung. Die Russen brauchen eine neue Mission. Die Engländer - nun, man möchte ihnen wirklich nicht unrecht tun. Was soll man sagen, um ihnen nicht unrecht zu tun? Sie deklamieren in die Welt hinaus: Um der Verletzung der Neutralität Belgiens willen, für Recht und Demokratie müssen wir bis zur Vernichtung des deutschen Wesens diesen Krieg unternehmen; denn diese Deutschen sind schändliche Menschen. Sie predigen den Grundsatz: Macht geht vor Recht. - Man vergisst nur wahrscheinlich, wie aus einer besonders feinen Bildung heraus der englische Minister, der dies dekretiert - erst wieder jüngst -, dass der Satz «Macht geht vor Recht» von dem englischen Philosophen, englischen Utilitäts-Philosophen Thomas Hobbes stammt. Aber: «Macht geht vor Recht» - und England hat sich jahrhundertelang an diesen Satz gehalten. [Lücke in der Mitschrift] als Professor in England selber gehalten hat, wo er sagte: Freiheit und Demokratie, das ist etwas, was man nicht vereinen kann, was nach der letzten englischen Geschichte vertreten werden soll, sondern dass Großbritanniens Expansion [Lücke in der Mitschrift], spricht er aus, auch eine Wahrheit, auch eine praktische Wahrheit, wie es das englische Weltbild anstreben muss. Ja, was soll man sagen? «Macht geht vor Recht», seit Thomas Hobbes schlängelt es sich wie ein Grundsatz durch die Geschichte Englands, um zu verdecken die eigentlichen Gründe, die England hat, um in den Staub zu treten die ganze Mission des deutschen Volkes. Mit solchen Dingen - ja, man möchte ihnen ja nicht unrecht tun, aber man muss doch sagen: Die Engländer brauchen eine neue Lüge, um zu übertönen dasjenige, was nicht ausgeglichen werden kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"10. Das Weltbild des deutschen Idealismus. Eine Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksaltragende Zeit","site_heading":null,"date":"1916-02-19","location":null,"word_count":263,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-02-19/p108","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-02-19/p108"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1916-02-19/p108","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}