{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1916-02-21/p028","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Diesem Geistesleben steht dasjenige Fichtes gegenüber, ein Geistesleben, welches nicht will die Welt als eine tote begreifen, sondern welches will die Welt begreifen als ein Geist-Lebendiges, bis in die kleinsten Teile hinein, und für welche Erkenntnis nichts anderes ist als: Erleben dieser geistigen Lebendigkeit der Weltsecle. Ebenso wie dem französischen Weltenbilde, steht Fichte mit seinem energischen Ergreifen des menschlichen Ichs, in dem er die Welt miterleben will, dem im eigentlichen Sinne englischen Weltenbild gegenüber, jenem englischen Weltenbild, das seinen Ausgangspunkt genommen hat von Baco von Verulam, und welches, man könnte sagen, seine abstoßenden Seiten, seine abstoßenden Einseitigkeiten gefunden hat gerade in dem neuesten Weltenbilde, das das englische Geistesleben hervorgebracht hat in dem sogenannten Pragmatismus — bei Baco von Verulam. Wie zum Beispiel Goethe sehr tiefsinnig bemerkt, sieht man überall, wie [Baco von Verulam] das Geistesleben eigentlich so betrachtet, dass dasjenige, was in dem menschlichen Geist sonst als Wahrheit [lebt], eigentlich nur dazu da sei, die Mannigfaltigkeit der äußeren Stoffe und Kräfte der Welt, die mit Augen gesehen, mit Händen ergriffen werden können, zusammenzufassen und zu bilden, wiederum auseinanderzulegen und dergleichen. Ein Mittel, um die äußere physische Welt zu beherrschen, ist der Philosophie, die auf Baco von Verulam begründet ist, alles im Grunde genommen, was man als Philosophie bezeichnen könnte. Und bis herauf in unsere Tage hat sich dieser Sinn erhalten.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"11. Zur deutschen Gedankenentwicklung. Ein vergessenes Streben nach Geisteswissenschaft innerhalb derselben","site_heading":null,"date":"1916-02-21","location":null,"word_count":220,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-02-21/p028","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-02-21/p028"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1916-02-21/p028","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}