11. Zur deutschen Gedankenentwicklung. Ein vergessenes Streben nach Geisteswissenschaft innerhalb derselben
Man möchte sagen: Wie zwei einander erst ergänzende Hälften, so fühlt Schelling das Höchste: Was der Künstler in der Kunst zu schaffen vermag, auf der einen Seite; die menschliche Gestalt, auf der anderen Seite als die Krone und Blüte der Natur. Und so sehen wir, wie in Schelling ein Weltbild entstand, das ganz und gar herausgeboren ist - ja, selber erscheint wie eine Wiedergeburt - aus der Wiedergeburt des menschlichen Gemütes. Das deutsche Gemüt ist selber zum Sehorgan in Schelling geworden, um in Natur und Geistesleben zu schauen dasjenige, was zum menschlichen Gemüt so spricht, wie die äußeren Sinnesdinge zu den menschlichen Augen und Ohren sprechen.
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GA 70b/1916-02-21/p045 · edition original