11. Zur deutschen Gedankenentwicklung. Ein vergessenes Streben nach Geisteswissenschaft innerhalb derselben
Fichte nannte es einen «höheren geistigen Sinn», indem er 1811 bis 1813 zu seinen Berliner Studenten damals sprach. Schelling nannte es die «[intellektuelle] Anschauung», zu einem höheren Geisterkenntnis-Organ zu kommen - was ja unbequem ist, und was eine Philosophie, die bloß auf Nützlichkeit oder Mechanismus begründet ist, wie die romanische oder britannische Philosophie, nicht erreichen kann, ein Erkenntnisorgan zu schaffen, das aus dem Geiste gebaut ist und daher in den Geist hineinschauen kann; [das] aber den Geist nicht sieht in abstrakten, in trockenen, in leeren theoretischen Begriffen, sondern ihn so voll lebendig erfasst, wie die äußeren Sinne die Sinneswelt erfassen.
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GA 70b/1916-02-21/p059 · edition original