11. Zur deutschen Gedankenentwicklung. Ein vergessenes Streben nach Geisteswissenschaft innerhalb derselben

GA 70b/1916-02-21/p060 ·1916-02-21 · original (original)
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Und weil ein solches Streben so kraftvoll in der deutschen Geistesentwicklung lebte, so konnte es sein, dass auch geringere Geister, die auf die Goethezeit folgten, ergriffen, durchdrungen wurden von dem, was keimhaft in der eben besprochenen großen Zeit des deutschen Lebens sprießte und sprosste, und dass diese geringeren Geister sogar etwas schaffen konnten, was den Wegen, die ja eigentlich die wirklichen Wege sind, um lebendig als Menschengeist das Weltengeistige zu erfassen, um etwas zu bekommen, was diesem wirklichen Wege sogar ähnlicher ist als dasjenige, was bei Schelling, Fichte und Hegel auftrat. Weil so unendlich Fruchtbares in dieser Fichte-Schelling-Hegel’schen Weltanschauung ist, konnte es so befruchtend wirken auch auf geringere Geister, die - sagen wir - wie Fichtes Sohn, Immanuel Hermann Fichte, dazu kommen, anzuerkennen wie in dem, was äußerlich sinnlich dem Menschen als menschenähnliche Gestalt entgegentritt - auch als sinnliche Tiergestalt, aber da hat es nicht dieselbe Bedeutung -, was als sinnliche Menschengestalt dem Menschen entgegentritt, wie in dem etwas lebt, was wie in einer feineren Leibesorganisation in einer gröberen Leibesorganisation ist, wie wir in der Geisteswissenschaft sagen: ein ätherischer Leib neben dem groben physischen Leib; und wie in diesem ätherischen Leib [wirken] die großen Weltenkräfte, die den Menschen aus dem Ewigen heraus gebären, so wie ihn die physischen Kräfte physisch aus dem Physische heraus gebären. Das heißt: Hermann Immanuel Fichte sucht bereits einen Weg unmittelbar zu dem äußeren Physischen, nicht allein durch Gedanken, nicht allein durch Abstraktionen, sondern im unmittelbar höherem, geistig-sinnlichem Ergreifen ein über Geburt und Tod im Menschen hinaus Liegendes zu erkennen.

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