11. Zur deutschen Gedankenentwicklung. Ein vergessenes Streben nach Geisteswissenschaft innerhalb derselben
Es ist ein wunderbares Bild, aber ein Bild, das nicht allein aus der Phantasie heraus geboren ist, sondern das auf wirklichen Tatsachen des Seelenlebens, die jeder in sich entwickeln kann, beruht. Ein wunderbares Bild. Da steht der Mensch innerhalb der physischen und der geistigen Welt. Da entwickelt er gegenüber dem, was als Göttlich-Geistiges die Welt durchflutet, und gegenüber dem, was aus Menschen und anderen Wesen ihm entgegenflutet: Glaube, Hoffnung, Liebe. Er entwickelt sie, weil er, wenn er dasjenige, was leibfrei der Geisteswelt sich gegenüberstellen kann, weil er das in sich trägt, was geistig hört und geistig fühlt und geistig sehen kann. Und weil der Mensch, dasjenige, was er seelisch ist, umhüllt hat für die Zeit zwischen dem Tod - oder sagen wir bis zu der Geburt mit der leiblichen Hülle -, so drückt sich aus dasjenige, was ihn verbindet durch das Geistgehör mit der Weltenton-Harmonie, mit der geistigen Tonharmonie der Welt, was ihn verbindet mit der Welt, die durch Gnade sich zu ihm aus dem Geistigen neigt, durch das geistig Tasten, was sich verbindet mit ihm durch das geistige Schauen, das sich hüllt für ihn in Glaube, Liebe Hoffnung. [Und so sind die Seelenkräfte, die im alltäglichen Leben und in der gewöhnlichen Seelenerziehung uns entgegentreten, für Troxler Ausdruck eines scelischgeistigen Lebens,] das da unten in der Seele schlummert, das webt und west, und das, wenn es entwickelt wird, eine unmittelbare Verbindung eingehen kann mit dem uns umflutenden Geistig-Seelischen der ganzen Welt. Da fühlt sich dieser Troxler so darinnen in diesem, man kann sagen, vorläufig vergessenen Glied der deutschen Gedanken- und Geistesentwicklung.
Cite:
GA 70b/1916-02-21/p072 · edition original