11. Zur deutschen Gedankenentwicklung. Ein vergessenes Streben nach Geisteswissenschaft innerhalb derselben

GA 70b/1916-02-21/p105 ·1916-02-21 · original (original)
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Das, was sie immer wieder zu sagen haben, bedeutende Geister der russischen Geisteskultur - der Deutsche merkte das nur nicht, weil er einfach nahm - ich möchte sagen — die außerordentlich lebendige Schilderung eines Tolstoi, eines Dostojewski -— der Deutsche merkte das gar nicht! Innerhalb des russischen Geisteslebens ist im Grunde genommen nur die Anschauung vorhanden, dieses ganze Leben, wie es sich in Fichte, Schelling, Hegel, in den anderen westeuropäischen Geistern zum Ausdruck gebracht habe, ist grauenhaft, ist abstoßend im Grunde genommen, ist ein abstraktes Gedankenleben, etwas, was nicht herandringe an Herz und Sinn des wirklichen Menschen. Das müsse alles ersetzt werden durch dasjenige, was im russischen Menschen lebt. Dasjenige, was man im Politischen ordnet, ob Fähigkeit oder nicht Fähigkeit, darauf komme es nicht an. Das «Testament Peters des Großen» enthält die ganze geistige Philosophie Russlands; im neunzehnten Jahrhundert zeigen die Philosophen denselben Grundton, den Grundton, der darauf hinausläuft, West- und Mitteleuropa nur als etwas Grauenhaftes und Abgelebtes zu betrachten.

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