11. Zur deutschen Gedankenentwicklung. Ein vergessenes Streben nach Geisteswissenschaft innerhalb derselben

GA 70b/1916-02-21/p141 ·1916-02-21 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Ich lese diese Sätze nur vor, damit man sieht, wie nicht bloß heute entstanden dasjenige, was eben der Deutsche fühlen kann über die Quelle und Wurzel des deutschen Volkslebens wie ja auch hinlänglich genug unter den verehrten Zuhörern hier sitzen, die wissen, dass so über das deutsche Wesen gesprochen wurde von mir Jahre und Jahre vor dem Kriege, und auch über das Verhältnis zu anderen Völkern. Nicht braucht der Deutsche zu verfallen in den Ton, den er jetzt hören kann von denjenigen, die ihn wie in einem Ring eingeschlossen halten, wie in einer großen Festung. Er darf ruhig hinschauen auf dasjenige, was er aus einer sachlichen Betrachtung heraus über das Wesen seines Volkstums gewinnen kann. Denn dasjenige, was er so gewinnt, das erweist sich ihm selbst da, wo es sich [schon] ausnimmt wie ein reiner Ton in der Fortentwicklung des deutschen Geisteslebens, [so, dass es] erst sich einmal als Keim, als Wurzel darstellt [und noch] Blüten und Früchte tragen wird. Und so wird das Beste, was im deutschen Geistesleben, was, wie wir gesehen haben, noch nicht Blüte und Frucht, sondern erst Wurzel und Keim ist, in der Zukunft Blüten und Früchte tragen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/70b/1916-02-21/p141.json
Cite: GA 70b/1916-02-21/p141 · edition original