15. Wie Werden Die Ewigen Kräfte Der Menschenseele Erforscht?
Und dann erlebe ich innerlich, jetzt nicht einen bestimmten Gedanken, jetzt nicht einen bestimmten Inhalt, sondern die innere Tätigkeit des Denkens. Das ist weniger dasjenige, was man sonst Denken nennt, sondern das ist dasjenige, was sonst beim Denken immer unbewusst bleibt, das ist eine gewisse, im sonstigen Denken und Vorstellen geübte Willenstätigkeit, eine feine Willenstätigkeit. Das beachtet man gar nicht im gewöhnlichen Leben, im gewöhnlichen Vorstellen, wenn man denkt. Das beachtet man gar nicht, dass man ja eigentlich immer seinen Willen braucht, wenn man denkt, wenn man vorstellt; das beachtet man nicht. Das erlebt man aber jetzt, dass man da eine feine innere Willenstätigkeit ausübt. Die Seele wird gewahr gewisse Kräfte in sich, die sie sonst auch immer übt im gewöhnlichen Leben, auf die sie aber das Bewusstsein nicht hinrichtet, die unbewusst bleiben. Sodass aller Inhalt der Meditation herausfallen kann aus dem Vorstellen, und nur dieses Sich-innerlichBewegen im Denken, im Vorstellen, gewissermaßen innerlich ergriffen wird. Und darauf kommt es an. Denn auf fortgesetztes Üben in dieser Richtung knüpfen sich nun ganz bestimmte Erlebnisse an, die man im Fortgang seines Suchens nach der geistigen Welt hat. Gewisse Erlebnisse knüpfen sich daran, wenn man dazu gekommen ist, wirklich abzutrennen den Inhalt, und erleben zu können das bloße innere Tun, die Tätigkeit im Denken, im Vorstellen. Dann hat man zunächst so ein innerliches Gefühl, als ob man jetzt in irgendeinem ganz unbestimmten Erleben drinnen stünde. Es ist wichtig - ich möchte sagen — diese feinen Einzelheiten durchaus ins Auge zu fassen, wenn man von wahrer geisteswissenschaftlicher Forschung etwas wissen will.
Cite:
GA 70b/1916-03-14/p032 · edition original