16. Zur Deutschen Gedankenentwicklung. Ein Vergessenes Streben Nach Geisteswissenschaft Innerhalb Derselben
Ich habe das letzte Mal hingewiesen darauf, welch ein gewaltiger Unterschied herrscht zwischen dieser Art Fichtes und Schellings und - man mag sie noch so sehr bekämpfen ihrem Inhalte nach -, [welch ein gewaltiger Unterschied herrscht] zwischen dieser Art Fichtes und Schellings, einzudringen in die Untergründe der Dinge, da, wo die ganze Außenwelt lebt, und in der Erkenntnis selber Leben gewinnt, zu dem, was Fichte die tote Weltanschauung, die Weltanschauung des Unlebendigen bei den westeuropäischen Geistern [nennt; wo die Welt] des Unlebendigen ihren Anfang nimmt, sagen wir, innerhalb des französischen Volkstums im Beginne des siebzehnten Jahrhunderts bei Descartes oder Cartesius. Dann aber entwickelt sie sich weiter, und man findet sie ganz besonders bedeutsam ausgeprägt kurze Zeit, vor Fichte und Schelling also, wie es geschildert worden ist, vor ihr deutsches Volk hintraten, man findet sie drüben in Frankreich diese Weltanschauung des Toten, des bloß auf das Materielle und auf das Mechanische hin Gerichteten; man findet sie zum Beispiel bei de La Mettrie ausgedrückt.
Cite:
GA 70b/1916-03-17/p047 · edition original