{"corpus":"steiner","locus":"GA 70b/1916-03-17/p086","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"> «Schon früher haben die Philosophen einen feinen, hehren Seelleib unterschieden von dem gröberen Körper [oder in diesem eine Art von Hülle des Geistes angenommen), eine Seele, die ein Bild des Leibes an sich habe, das sie Schema nannten, und das ihnen der innere, höhere Mensch war. [Dieser Ansicht, mag sie auch nur eine Erklärung sein, huldigten auch die meisten der ersten großen Kirchenväter, wie Origines, Irenäus, Lactantius, Tertullian, Augustinus.] In der neuesten Zeit selbst Kant in den Träumen eines Geistersehers träumt ernsthaft im Scherze einen ganzen, inwendigen, seelischen Menschen, der alle Gliedmaßen des auswendigen an seinem Geistesleib trage. Lavater dichtet und denkt ebenso; und selbst, wenn Jean Paul humoristisch über das Bonner’'sche Unterziehröckchen und das Platner’sche Seelenschnürleibchen scherzt, die im gröberen Körperüberrock und Marterkittel stecken sollen, so hören wir ihn doch auch wieder fragen «wozu und woher wurden diese außerordentlichen Anlagen und Wünsche in uns gelegt, die bloß wie verschluckte Diamanten unsere erdige Hülle langsam verschneiden? [Warum wurde ich auf dem schmutzigen Erdenkloß ein Geschöpf mit unnützen Lichtflügeln geklebt, wenn es in die Geburtsscholle zurückfaulen sollte, ohne sich je mit ätherischen Flügeln loszuwinden». «Der innere Mensch, sagt er sogar an einem andern Orte, dieser «verhüllte Gott in der Natur, ist nicht selber von Stein, wie diese.] In den steinernen Gliedern» — des Menschen — «wachsen und reifen seine lebendigen nach einer uns unbekannten Lebensweise. Wir könnten»","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"16. Zur Deutschen Gedankenentwicklung. Ein Vergessenes Streben Nach Geisteswissenschaft Innerhalb Derselben","site_heading":null,"date":"1916-03-17","location":null,"word_count":227,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-03-17/p086","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70b/1916-03-17/p086"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70b/1916-03-17/p086","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}