16. Zur Deutschen Gedankenentwicklung. Ein Vergessenes Streben Nach Geisteswissenschaft Innerhalb Derselben

GA 70b/1916-03-17/p141 ·1916-03-17 · original (original)
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Zum Schlusse lassen Sie uns, sehr verehrte Anwesende, darauf hinweisen, wie diejenigen, die darinnenstanden in diesem deutschen Wesen, die es mit ihrer ganzen Seele, mit ihrem ganzen Herzen zu erfassen wissen, wie die immer erlebten das, was sich jetzt vollzogen hat. Ich darf, da ich fast dreißig Jahre meines Lebens in Österreich verbracht habe und die letzten Zeiten gerade damals am Ende dieser dreißig Jahre innerhalb der Kämpfe, die dort gerade das Deutschtum zu führen hatte, mitzuführen hatte, [da ich in diesen letzten Zeiten] mitten darinnen stand in diesen Schwierigkeiten des deutschen Wesens, ich darf darauf aufmerksam machen, wie naturgemäß es lebte in einem solche Geiste wie Robert Hamerling, einem der deutschesten Geister Österreichs, einem der besten Geister Mitteleuropas überhaupt, wie er aussprach das, was in ihm lebte, so schön: «Österreich ist mein Vaterland; Deutschland ist mein Mutterland!» In diesen Worten liegt die lebendige Empfindung für dasjenige Geistige, was aus Notwendigkeiten dieses Mitteleuropa — Deutschland und Österreich - in der jetzigen schweren Zeit zusammengeschmiedet hat. Aber solche Geister, wie gerade Robert Hamerling, sie wussten eine solche Sache in ihrer Tiefe, in ihrer ganzen Tiefe nicht nur zu fassen, sondern zu erleben, sehr verehrte Anwesende. Das tritt einem so ganz besonders hervor, wenn man Robert Hamerling anschaut - nicht selbstverständlich in dem Gedicht, das verteilt worden ist, und auf das so viele hereingefallen sind, sogar recht gescheite Leute sind hereingefallen, es ist selbstverständlich eine Fälschung, das Gedicht, das prophetische, das jetzt so vielfach durch die Zeitungen gegangen ist - also ich meine selbstverständlich nicht so etwas! Wer Robert Hamerling nur ein klein wenig kennt, der merkt gleich an den ersten Zeilen, dass es sich um eine Fälschung handelt. Aber man hat ja bei Robert Hamerling genügend Anhaltspunkte, zu sehen, wie in ihm lebte dieses Mitteleuropa! 1862 schrieb er seinen «Germanenzug». Heben wir den «Germanenzug» heraus aus vielem. 1862 schrieb er in seinem «Germanenzug», wie die Vorfahren der Deutschen unter den Germanen herüberzogen von Asien - das wird uns in einer wunderbaren Stimmung geschildert, wie sie da lagern - Abendstimmung ist es —, wie sie da lagern noch in Asien drüben; es ist eine wunderschöne Abendstimmung: untergehende Sonne, aufgehender Mond, das herüberziehende Volk der Teutonen schläft. Es wacht nur einer: Der blonde Teut. Und über ihm erscheint der Genius der künftigen Deutschen und spricht mit ihm. Und dasjenige, was man so recht als einen Grundzug des deutschen Erkenntnisstrebens anführen muss - der Genius spricht mit ihm, mit dem blonden Teut von dieser deutschen Zukunft -, lässt Robert Hamerling aussprechen durch den Genius des Deutschtums an den blonden Teut. Ich möchte sagen: So schön tritt ja das, was ein deutscher Grundzug ist, ja schon bei dem «Philosophus teutonicus», bei Jakob Böhme hervor, wo dieser Jakob Böhme alle Erkenntnis so ansieht, dass diese Erkenntnis, insofern sie aus dem deutschen Gemüt als Erkenntnis kommt, zu gleicher Zeit eine Art von Gottesdienst ist. Da sagt Jakob Böhme so schön:

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