17. Gesundes Seelenleben und Geistesforschung
Die Entwicklung der Seelenkräfte, die die Geistesforschung braucht, liegt in der genau entgegengesetzten Linie von denjenigen Vorgängen in der Seele, die zu Halluzinationen, Visionen oder Illusionen führen, und derjenige, der darinnen steht in der Entwicklung der geistesforscherischen Fähigkeiten, der weiß, dass er nicht demjenigen in der Seele sich hingeben kann, was etwa zu Visionen, Illusionen oder Halluzinationen führt, sondern dass er sich gerade vielmehr denjenigen Kräften in der Seele hingebe, die allein fruchtbar für ihn sind, die allein ihn führen zu etwas, welches geeignet ist, Halluzinationen, Illusionen, Visionen zu vertreiben, zu bekämpfen, wegzuschaffen. In einer Steigerung dessen, in etwas, was gesund macht von Visionen, gesund macht von Halluzinationen oder Illusionen liegt die Entwicklung des geistesforscherischen Seelenlebens. Denn Halluzinationen, Visionen, Illusionen machen den Menschen in einem viel höheren Grade abhängig im Sinne des Geistesforscherischen von seinem Leibesleben, als ihm das gewöhnliche Seelenleben, das er im Alltag entwickelt, dieses gesunde gewöhnliche Seelenleben, vom Leibe abhängig erscheinen lässt.
Cite:
GA 70b/1916-03-19/p049 · edition original