17. Gesundes Seelenleben und Geistesforschung

GA 70b/1916-03-19/p072 ·1916-03-19 · original (original)
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Aber der Geistesforscher steht in Bezug auf diese Sachen völlig auf dem Boden, auf dem der Naturforscher steht. Und genauer noch als der Naturforscher kann er einsehen, wie aus der prädestinierten Hingabe des Leibes an seine eigenen Prozesse solches unwillkürlich halluzinatorische Sehen entsteht, während beim wirklichen Hellsehen in jeder Einzelheit, die man erlebt in Bezug auf die geistige Welt, freie, unabhängige, vom Leibe unabhängige Betätigung des Willens mitwirkend ist. Wenn der Mensch verfällt, sagen wir, in Wahn oder in Zwangsvorstellungen - der Geistesforscher wird vielleicht sogar noch stärker gerade mit Bezug auf diese Gebiete auf den Boden sich stellen, auf dem heute der naturwissenschaftlich gebildete Psychiater steht, und sich klar darüber sein, dass gewisse Vorstellungen, die auftreten, die auf den Menschen einen Zwang ausüben, dessen er sich nicht erwehren kann, dass die dadurch bedingt sind, dass das Leibesleben krankhaft abgeändert ist. Aber er wird gerade mit seinem vom Leibleben frei gewordenen Geistesleben noch genauer hineinschauen können auf diese Gebundenheit aller unwillkürlich, abnormen Vorstellungen an den Leib und an seine Verrichtungen als der Naturforscher selber. Wenn man nur einmal das immer tiefer einsehen würde, dass wahre Geisteswissenschaft durchaus in keiner Disharmonie zu stehen braucht mit dem, was die Naturwissenschaft als berechtigte Forderung geltend macht.

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