Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte

GA 71b/1918-02-12/p016 ·1918-02-12 · original (original)
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Es kennt ja auch das jedermann, dass man eigentlich im 'Traume ein ganz anderer Mensch ist als im wachen Leben. Die Traumbilder zaubern einem zum Beispiel vor, wie man selbst ein Verbrechen begehen kann, das man im gewöhnlichen Leben niemals begehen würde. Die Traumbilder zeigen einen in einer moralischen Verfassung, die man streng verurteilen würde, in die man niemals kommen könnte im gewöhnlichen Leben. Die Traumbilder zeigen in ihrer Aufeinanderfolge, dass sie das nicht enthalten, was man die Ausübung der gewöhnlichen Logik nennt. Logisches Aneinandergliedern der Traumbilder ist etwas, was in diesen Traumbildern nur selten der Fall ist, und wenn es der Fall ist, so ist die Logik des Traumes wiederum nur eine erträumte; wir erinnern uns traumgemäß an irgendetwas, was wir logisch schon durchgedacht haben, und das Logische erscheint uns nur wie aus der Erinnerung kommend. Aber es zeigt sich dem, der das Traumleben betrachten kann, dass er nicht in der Lage ist, während des Traumes selbst Logik anzuwenden auf den Traum.

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