Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte
Ich habe gestern gesagt: Das, was der Geistesforscher erforschen kann, das stellt sich, indem der Geistesforscher den Weg in die geistige Welt hinein zurücklegt, in vieler Beziehung anders dar, als man erwartet hat. Gerade dadurch zeigt sich die Objektivität, zeigt sich die Wirklichkeit, dass man nicht phantastisch ein Vorurteil in sich gelten lässt, sondern dass man sich einer geistigen Wirklichkeit gegenüberstellt. Aber dass die Sachen anders kommen, das zeigt sich nicht nur bei dem, was man erforscht in den geistigen Welten, sondern sogar bei dem schon, was man als vorher verborgene Erkenntniskräfte, als die Kräfte des schauenden Bewusstseins in seiner Seele ausbildet. Die Art, wie sich die schauende Menschenseele dem Geiste gegenüber verhält, ist eine ganz andere, als man eigentlich zunächst erwartet. Wenn man beschreibt die Art, wie sich die schauende Menschenseele zur geistigen Welt erkennend verhält, so gleicht es dem, was der Menschenseele aus der Sinneswelt bekannt ist.
Cite:
GA 71b/1918-02-12/p038 · edition original