Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte
Dadurch, dass man solche Übungen macht, gelangen manche Menschen verhältnismäßig bald dazu, gewisse Erlebnisse, die rein geistig sind, zu haben. Sie treten auf, nachdem der Mensch nur kurz solche Übungen gemacht hat. Aber nachdem sie kaum zwei- oder dreimal, vielleicht auch nur einmal aufgetreten sind, verliert der Mensch die Fähigkeit, sie wieder zu schauen. Er ist dann unglücklich. Der wahre Geistesforscher muss lernen, muss wiederum durch sorgfältige Übungen lernen, neue Bedingungen herzustellen, damit er das Erlebnis wieder in erneuter Gestalt haben kann. Durch bloßes Hervorrufen in der alten Weise kann es nicht erreicht werden. Dadurch unterscheidet sich wiederum das schauende Bewusstsein von dem gewöhnlichen Erleben des gewöhnlichen Bewusstseins, dass nichts gewohnheitsmäßig erzeugt wird, sondern im Gegenteil, dass wir immer ungewohnter werden, das Erlebnis zu haben, je öfter wir es haben.
Cite:
GA 71b/1918-02-12/p044 · edition original