Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte
Und ein Drittes, das bei diesem schauenden Bewusstsein auftritt, das ist das, dass der Mensch sich aneignen muss die Fähigkeit, ein Ereignis - ich spreche natürlich von geistigen Ereignissen — schnell aufzufassen. Denn das, was verhindert, dass man in die geistige Welt hineinschaut, ist das, dass man eigentlich meistens, wenn man beobachtet, mit der Beobachtung selbst so langsam bei der Hand ist, dass das Ereignis schon vorüber ist, wenn man es beobachten will. Ich möchte sagen, die Expositionszeit, die Zeit, während welcher das Ereignis vor uns auftritt, ist eine so kurze, dass man das haben muss, um zu beobachten, was man Geistesgegenwart nennen kann. Man bereitet sich daher gut vor, wenn man schon im physischen Leben danach trachtet, Geistesgegenwart zu entwickeln, wenn man versucht, das, was der Menschennatur so eigen ist, zu überwinden: dass man herumwurstelt, bis man sich zu etwas entschließen kann.
Cite:
GA 71b/1918-02-12/p045 · edition original