Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte

GA 71b/1918-02-12/p048 ·1918-02-12 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Man kann dahinterkommen, was Traum ist, was Somnambulismus ist, was die anderen Erscheinungen sind, man kann dahinterkommen von dem Momente ab, wenn man sie vom Gesichtspunkte des schauenden Bewusstseins aus betrachtet. Denn gerade wenn man in intimem Schauen den Traum betrachtet, dann wird man finden, dass er einem immer wunderbarer wird. Vor allen Dingen aus dem Grunde immer wunderbarer wird, weil man ja nicht in der Lage ist, dasjenige, was einem im Traum entgegentritt, mit irgendwelchen anderen Erlebnissen zu vergleichen. Der Traum stellt sich hinein in das Bewusstseinsleben als irgendetwas, was ganz aus diesem Bewusstseinsleben und alledem, was man verstehen kann gegenüber dem Bewusstseinsleben, herausfällt. Man denke nur, dass so was auftritt beim wachen Bewusstsein, wie der Traum ist! Es würde das ganze Bewusstsein durchbrechen. Man würde, wenn man sich an den Traum erinnern müsste, man würde sich wahnsinnig vorkommen müssen. Man kann den Traum mit nichts vergleichen, wovon das wache Bewusstsein etwas versteht.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/71b/1918-02-12/p048.json
Cite: GA 71b/1918-02-12/p048 · edition original