Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte

GA 71b/1918-02-12/p050 ·1918-02-12 · original (original)
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Man kann nicht, sehr verehrte Anwesende, irgendetwas aussagen über den Traum forscherisch, wenn man dem Traume nicht beobachtend mit dem schauenden Bewusstsein gegenüberstehen kann. Steht man dem Traume aber mit dem schauenden Bewusstsein gegenüber, dann weiß man seine Natur und seine Wesenheit eben durch das schauende Bewusstsein anzugeben. Dann weiß man vor allen Dingen über den Traum zu sagen, wer in Wirklichkeit der Träumer ist, wer eigentlich träumt. Das weiß man im gewöhnlichen Wachbewusstsein nicht, wer eigentlich träumt, dann hat man Bilder vor sich. Aber in diesen Bildern so leben, wie man sonst als Mensch in den Erfahrungen des Tages lebt - das weiß man im gewöhnlichen Wachbewusstsein nicht. Man lernt es wissen, wenn man vergleichen kann die Bilder der Traumeswelt mit demjenigen, was man im schauenden Bewusstsein erlebt. Dann erfährt man, dass dasjenige, was eigentlich träumt in uns, wirklich die geisterfüllte menschliche Seele ist; dass der Leib als solcher mit dem Traumvorgang in subjektiver Beziehung, in Bezug auf die Betätigung nichts zu tun hat; dass derjenige, der träumt, nicht der menschliche Leib ist, sondern der Träumer selbst ist wirklich das Geistig-Seelische des Menschen.

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