Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte

GA 71b/1918-02-12/p053 ·1918-02-12 · original (original)
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Das ist das Wesentliche des Traumes, das ist auch das Aufklärende des Traumes. Man schaut im Traume als der ewige Mensch. Und es ist wirklich so, dass in der Traumeswelt der ewige Mensch, der durch Geburten und Tode geht, sich in die gewöhnliche menschliche Wirklichkeit hineinstellt, dass aber der Mensch nur nicht gewahr wird die ewige Welt selber, sondern dass er zurückschaut auf seine zeitliche Welt; vom ewigen Gesichtspunkte die zeitlichen Gegenstände anschaut. Die Traumeswelt, richtig betrachtet, gibt gerade die Gewissheit, dass der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen mit seiner eigentlichen Wesenheit außerhalb seines physischen Leibes ist, außerhalb seiner Leiblichkeit überhaupt ist. Nur dasjenige, was im Leibe vorgeht, was mit den gewöhnlichen Sinnen in der gewöhnlichen Leibesverfassung überhaupt nicht gesehen werden kann, dasjenige, was tiefer liegt, was im Gedächtnis verborgen ist, was sich ausprägt nicht in den Sinnesreizen, sondern in die sinnlich-übersinnliche Individualität, die sich mehr hineingezogen hat in das Leibliche, das ist das, was der Mensch im Traume beobachtet.

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