Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte
Das andere ist, dass wir dadurch, dass wir uns in der Sinneswelt betätigen, Handlungen ausführen und mit unserm Menschenwesen bei diesen Handlungen dabei sind, dass wir uns durch das Leben in der Sinneswelt aneignen dasjenige, was dem Gebiete des Moralischen angehört, dem Gebiete der moralischen Beurteilung der Welt. Der Mensch muss in die Sinneswelt versetzt werden, wenn er seinem Wesen einpflanzen will, was moralische Auffassung des Lebens ist. Anderes, das zum Menschenwesen gehört, verleibt sich der Mensch oder verseelt sich der Mensch ein - wenn ich den Ausdruck prägen darf - in der geistig-seelischen Welt, wenn er durch die Pforte des Todes geht, in der geistigen Welt. Dieses Leben aber in der physischen Welt hat seine gute Bedeutung. Der Mensch, wenn er als Geistesforscher in der physischen Welt steht, lernt gerade das große Gewicht der physischen Welt kennen; er lernt kennen, dass ihn sozusagen die weise Weltenordnung in diese Welt versetzt hat, damit er zu den anderen Eigenschaften seines Wesens sich das Logische und das Moralische aneignen könne.
Cite:
GA 71b/1918-02-12/p056 · edition original