Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt
Da hat man zunächst dasjenige, was einzelne Philosophen genannt haben die Sinnesreiz-Träume. An ihnen wird man gewahr, dass das seelisch-geistige Leben des Menschen in einem anderen Verhältnis zur Umwelt steht als beim gewöhnlichen Bewusstsein, wenn es träumt. An ihnen wird man es gewahr, dass in einer gewissen Weise — jetzt zunächst oberflächlich gesprochen - das normale Sinnesleben ausgeschaltet ist, aber nicht jede Sprache, welche die Sinne nach innen zur Seele sprechen, damit auch wegfällt. Man braucht sich nur aus dem Gebiet der Sinnesreizträume irgendwie ein Beispiel vorzuführen, so wird man sehen, dass die Empfänglichkeit der Sinne für die äußere Welt zwar nicht aufzuhören braucht, dass aber die Art, wie der Mensch sich sonst durch seine Sinne mit der Welt verständigt, bei diesen Träumen schon nicht da ist.
Cite:
GA 71b/1918-02-18/p018 · edition original