Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt
Das andere, das charakteristisch ist, ist, dass die moralischen Maßstäbe, die moralischen Beurteilungen in unserem Verhältnis zu den Traumbildern und auch in der Entstehung der Traumbilder fehlen. Jeder weiß, dass er im Traum Dinge tut, gegenüber denen das Gewissen schweigt, welche er verurteilen würde, nimmermehr tun würde, wenn sie wirklich geschehen würden im wachen Tagesleben. Das ist bedeutungsvoll für die Beurteilung der Welt des Traumes, dass die Logik und die moralische Wertung aus dem Traumleben eigentlich ausgeschlossen sind. Das andere, das von wirklicher Bedeutung ist, das ist, dass, während wir träumen, wir zu unserer Umwelt in demselben Verhältnis stehen, indem wir auch im traumlosen Schlaf stehen.
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GA 71b/1918-02-18/p022 · edition original