Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt

GA 71b/1918-02-18/p039 ·1918-02-18 · original (original)
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Dem widerspricht aber allerdings etwas anderes, das vielleicht nur dunkel und dumpf, aber doch nur allzu deutlich auch wiederum vor unser Bewusstsein hintreten kann. Bedenken wir das Verhältnis unseres Schicksals zu dem, was wir eigentlich im konkreten menschlichen Leben sind. Wenn wir irgendeinmal nur einigermaßen klar selbstbeobachtend uns suchen, dann werden wir finden, wenn wir nicht ganz in Abstraktionen stecken bleiben, sondern konkret betrachten, was wir eigentlich sind, was wir imstande sind, für Vorstellungen aufzufassen und diesen Vorstellungen für Gemütsfärbungen zu geben, an Energien des Willens aufzubringen, dass das eigentlich aus unserem Schicksal hervorgeht. Wir blicken zunächst auf den Verlauf unseres Schicksals und wir wissen bei klarer Selbstbeobachtung: Wir sind ein Ergebnis dieses Schicksals und wir müssten uns selber verleugnen, wenn wir die Identität unseres Schicksalsverlaufes mit unserem Seelenleben verleugnen wollten. Wir sind nichts anderes, als was das Schicksal aus uns gemacht hat, und wollen wir nicht anerkennen, dass wir nichts weiter sind als ein Spiel von Kräften, dann wird eine Rätselfrage die Frage des menschlichen Schicksals.

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